MGM11: Cuthead & el.ektrohan

cuthead & el.ektrohan

Wer in den letzten Jahren in Dresden nach wilden Partys mit gehörigem Undergroundflair gesucht hat, kam am Kunst:Stoffbreakz-Kollektiv nicht vorbei. Nach etlichen Partys in verlassenen Gebäuden, dunklen Wäldern und abgeranzten Clubs ist es zwar partytechnisch ein wenig ruhiger geworden, dafür wird der musikalische Output aber immer besser. Seit Anfang des Jahres kann man sich ein Live-Set der beiden Kunst:Stoffbreakz-Mitglieder Cuthead und el.ektrohan bei Mixcloud anhören, leider gab es aber bisher keine Möglichkeit zum Download des Sets. Anlässlich des neuen Cuthead-Albums “City Slicker” (zum freien Download auf der Kunst:Stoffbreakz-Website) wollen wir unbedingt Abhilfe verschaffen und haben den beiden bei der Gelegenheit auch noch ein paar Fragen gestellt.

Wie seid ihr zur elektronischen Musik gekommen? Was hat euch damals so angezogen und hat sich seitdem was verändert?
Cuthead: Angefangen hat bei mir alles mit dem guten alten Hip Hop. Damit habe ich einige Jahre zugebracht, sowohl als DJ als auch als Produzent. Über die Jahre wurden die Beats gerader und die Elemente elektronischer, aber im Grunde genommen hat sich an den Prinzipien nichts verändert: dreckige Samples und ein guter Groove.

el.ektrohan: Ich war mit 14 der größte Cypress Hill und A Tribe Called Quest-Fan, den man sich vorstellen kann. Also eigentlich HipHop from da roots! So kam ich eigentlich von der Kindermusik zur “richtigen Musik”. Da ich seit nunmehr 17 Jahren Klavier spiele – eher Jazz und Funk – wollte ich dann mit 14 auch richtig selbst Musik machen. Zu HipHop konnte ich damals noch nicht spielen, also habe ich jazzy und funky Konzerte mit verschiedenen Bands und auch Solokonzerte gespielt … das dann eher ab 16. Blöd war nur, dass man mit Live-Jazz nur Nerds und Opas anlocken kann. Ich bin dann mit 19 bei Cuthead in die WG eingezogen und habe mit Lunatic Profezzor (heute DJ Feuerstacke, Berlin) angefangen Live-Piano und DJ-Sets (Funk und HipHop) zu kombinieren. Ganz nach den Vorbildern DJ Hype und Jim Dunloop. Wir haben dann ca. 1,5 Jahre viele Auftritte gehabt, bis sich unsere Wege leider getrennt haben. In der Zwischenzeit habe ich bei Cuthead ein paar Features mitgemacht (Sidechainnummer, Murdoc) und Samples eingespielt – das ist dann immer mehr geworden bis endlich (nach ende vom Nu Rave-Hype) auch ein paar mehr Duoprojekte anstanden und durch verschiedene Auftritte eine regelmäßige Zusammenarbeit entstanden ist. Jetzt ist dank 90er Jahre House Revival ja wieder Pop-Piano gefragt! Juhu! Auch auf dem neuen Cuthead-Album gibt es ein paar Features von mir.

Was sind Vorbilder/Styles/musikalische Herangehensweisen, an denen ihr euch orientiert beim Produzieren/Auflegen/Live spielen?
Cuthead: 70s Jazz und Soul, Library Music, Madlib, Dilla, Flying Lotus, Luke Vibert, Hiob (V-Mann), Rhythm and Sound, Martyn, Jan Jelinek, Joris Voorn, Sebo K…

el.ektrohan: Alles was gut klingt und die Ohren durchbläst.

Wo kommt ihr genau her und wie ist eure Beziehung zu Dresden? Wie steht ihr zur Clubkultur in Dresden?
Cuthead: Ich bin zwar in der Nähe von Bischofswerda geboren, habe aber eigentlich mein gesamtes Leben hier verbracht. Und wie mit jeder alten Liebe, geht einem die Angetraute auch gern mal auf den Keks. Natur, Dorf und Stadt in Einem und Eierschecke, YEAH! In der Clubkultur bin ich zur Zeit nicht so aktiv, lieber draußen rumhoppeln.

el.ektrohan: Ich komme eigentlich aus Berlin. Bin aber schon so lange in Dresden, dass ich mich stolz ‘nen Dresdner nenne! Clubs gibt es ein paar gute, leider zu wenig Abwechslung und immer die selben Gesichter, aber meistens macht das ja dann gerade Spass!

Wie, wann und wo ist das Liveset entstanden?
el.ektrohan: Cuthead spielt die MPC 1000 und ich den Roland JP-8080. Nach ein paar geilen Auftritten ohne Mitschnitt habe wir das Set dann in feiner Impromanier bei mir im Zimmer aufgenommen. Natürlich ein bisschen besoffen, daran liegt auch die Kürze des Sets. Denn Cuthead musste am Ende durchs Biertrinken so schiffen, dass wir abbrechen mussten. Sonst wär’s länger!

Download: MGM11 – Cuthead & el.ektrohan
 

One Comment

  1. P Moroder sagt:

    Geil! Und der Hit kommt gleich zweimal, gelle?

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