Didi Neidhart aus Salzburg schreibt seit mehr als fünfzehn Jahren für Skug, das Wiener Non-Profit-Magazin für Auskenner in Sachen Popmusik, Film, Literatur und dergleichen. Dank der raffinierten Assoziationen in seinen fundierten Texten ist er zu einer kleinen Popkritik-Legende in Österreich und Weißwurst-Deutschland geworden. Nebenbei spielt er Percussion für die Formation Dis*ka, unter anderem bekannt durch ihren Smasher „Moroder Hardcore“.
Für die Plattentaufe der dritten ELASTE-Compilation, zu der Dompteur Mooner Anfang April 2010 geladen hatte, hat Didi ein bisschen über Cosmic nachgedacht. Sein, die Party einleitender Vortrag, ist keine Nacherzählung der Cosmic-Geschichte. Dafür verweisen wir einmal mehr auf die Ausführungen von Cosmic-Protagonist Beppe Loda. Vielmehr handelt es sich um die Sorte schlauen Text, in der die Gedanken zwar wild zwischen den Popmusikkoordinaten umherfliegen, man aber beim Lesen ständig denkt: „Stimmt eigentlich. Wäre ich jetzt nicht drauf gekommen, macht aber Sinn.” Ganz so wie bei einem guten Cosmic-DJ-Set.
Viel Spaß bei der Lektüre!
COSMIC DISCO FOX
Von Didi Neidhart (didi@subnet.at)
(Vortrag vom 09.04.2010, Elaste-Plattentaufe, Pollyester Parking Lot/Maximiliamsforum, München; Remix 16.04.2010 in Salzburg)
Die Story beginnt im glitzernden Jet-Set-Italien des Jahres 1976 als zwei New Yorker DJs mit den supercoolen Namen Bob und Tom an der Adriaküste in der Gegend von Riccione/Cattolica/Rimini in der mondänen Riesendisco in (inklusive mehrerer Swimming Pools und künstlichen Springbrunnen) Baia Degli Angeli jene Musik auflegen, die in ihrer Heimatstadt gerade in Clubs wie dem Loft Disco zu definieren begann. Doch nach einer Drogenrazzia war vorerst Schluss mit lustig. Jedoch nicht mit dem im Baia angedachten Sound- und Style-Mix. Einer der Stammgäste, Daniele Baldelli und selber DJ, findet in einem neuen, Cosmic getauften Club, eine Nachtarbeitsstätte und definiert nun seinerseits einen Sound, der seinen Namen (ähnlich wie sich die Bezeichnung Garage-House von der legendären Paradise Garage zu New York abgeleitet hat bzw. Jungle zuerst auch nur der Name eines Londoner Clubs war, in dem die später so genannte Musik zuerst einmal zusammengemixt wurde) hauptsächlich einem Club-Namen verdankt.


